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SF-Challenge, Station Erde | "Die Triffids" von John Wyndham

Die Triffids
(261 Seiten, Übers. von Hubert Greifeneder & Inge Seelig, ISBN-13: 978-3865970367)

Roman von John Wyndham
Ernstveröffentlichung 1951

Vor Jahren entwickelten sich auf der Erde die Triffids, Pflanzen, die sich fortbewegen können, sich mit Sporen gegen Menschen zu verteidigen wissen und geheimnisvoll auf den Boden trommeln. Bald wird erkannt, dass die Triffids nicht nur eine Zierde, sondern auch zur Öl-Herstellung effizient nutzbar sind.
Bill Masen, der in einer der Triffid-Farmen der Öl-Industrie arbeitet, wird von einer der Pflanzen attackiert und muss wegen starker Augenverletzungen ins Krankenhaus. Dort verhindert ein Verband, dass er einen prächtigen, strahlenden Meteoritenschauer beobachten kann.
Als er am nächsten Morgen erwacht, sind alle, die das Licht am Himmel beobachteten, erblindet.
Überall herrschen Chaos, Plünderungen und Gewalt. Eine Seuche bricht aus und an jeder Ecke lauern Triffids, die nicht zögern, ihre Sporen auf Menschen zu schießen.

Wyndham wurde von Stephen King frenetisch als „der wohl beste Science-Fiction-Autor, den England jemals hatte“, gefeiert. Mit „Die Triffids“ wird er diesem Lob nicht gerecht.
Das Buch ist einer der ersten Romane, die mal als Survival-Horror, mal als „Post Doomsday“-Science Fiction bezeichnet werden.
Er schildert eine Welt, die in Chaos und Anarchie verfällt. Das gesellschaftlich-kulturelle und wirtschaftliche Leben kommt zum Erliegen, stattdessen herrschen Chaos und Gewalt. Der Großteil der Menschen ist erblindet und kann sich nicht selbst versorgen. Ressourcenknappheit, Krankheiten und die allgegenwärtigen Triffids bedrohen die Menschheit.
Bill, die Hauptfigur, muss in dieser Welt einen Weg finden, zu überleben. Dabei trifft er immer wieder auf andere sehende Überlebende. Er verliebt sich und hilft dabei Wege zu begehen, neue und alte Gesellschaftsformen auf die Probe zu stellen..
Damit ist Wyndham seiner Zeit sicherlich zwar weit voraus. Andererseits trifft ihn nun der Fluch der späten Lektüre, denn beinahe alle Ansätze und Ideen waren mir bereits aus anderen Werken – sowohl in Film als auch in Literatur – bekannt und boten wenig Überraschungen.
Geschrieben ist das Buch wie ein Tatsachenbericht. Der nüchterne Stil kann ihm als zeitlos zugutegehalten werden, doch ist er zugleich auch genau so behäbig und bieder wie eine Fernsehwerbung aus den 50er Jahren. Die Figuren bleiben eindimensional, die soziologischen Gedankenspiele kratzen nue an der Oberfläche oder bleiben Gemeinplätze. Zu keiner Zeit lässt der Roman den Leser um die Figuren bangen oder um ihr Schicksal fiebern. „Die Triffids“ bleibt konturlos und entfaltet keine nennenswerte, nachhaltige Wirkung. Vor allem unter dem Eindruck von Werken wie McCarthys großartigem Roman „Die Straße“ werden diese Schwächen deutlich.

„Die Triffids“ mag zwar ein Klassiker und Wegbereiter sein, im Vergleich zu den großen Werken dieses Subgenres fällt er aber heutzutage deutlich ab.
4/10 Punkten

Der Roman ist gerade vergriffen, wird aber nächstes Jahr im Heyne Verlag neu aufgelegt.
29.6.11 19:03
 
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