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Neue Homepage!

Alles hat einmal ein Ende. Dieser Weblog, der mich in den letzten Jahren begleitet hat, den ich aber zuletzt immer sporadischer aktualisierte, hat ausgedient. Das Design, die technischen Möglichkeiten, der Aufbau - letztendlich ist er mir einfach zu eng und unflexibel geworden. Deshalb wage ich einen Neuanfang mit anderer Farbgebung, anderer Menüführung und viel Platz für die Vorstellung spannender Projekte.

Zu finden bin ich ab jetzt hier: felixwoitkowski.wordpress.com

Die alte, geliebte Dame Tändelei bleibt aber dem Internet erhalten. Es wär einfach zu schade, die ganzen Inhalte zu löschen und den Weblog zu schließen. Wer weiß, vielleicht ist diese Fenster zu meinem Leben ja auch irgdendwann noch zu etwas nutze.

2.10.12 16:52


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Dies und das

Die Zeit ist ein seltsames Phänomen. Da stolpert man einmal, kommt nicht dazu, etwas zu schreiben, und schon wird aus März September. Es ist also viel zu spät für ein Update.
Was sich in den letzten Monaten getan hat, zeigt der Überblick.

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Den Wunderwaldverlag gibt es in seiner bisherigen Form nicht mehr. Die Verlegerin Michaela Stadelmann führt zwar die Lit.Limbus-Reihe weiter, aber aus Heftromanen sind längst nur noch Ebooks geworden.
Mein Rattensucher wird deshalb nicht im Wunderwaldverlag erscheinen. Auch deshalb habe ich die Werbung, mit der ich bereits begonnen hatte, vorerst eingestellt.
Michaela Stadelmann wünsche ich auf diesem Wege alles Glück, das sie brauchen wird, um die Reihe erfolgreich im neuen Meidum fortsetzen zu können.

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Was ehemals der "Rattensucher" war, heißt heute "Rattensang" und wird als ein Roman (in zwei Teilen) in einem Band veröffentlicht (vorher waren zwei Heftromane geplant).
Als Verleger hat Michael Haitel den Roman unter seine Fittiche genommen. Erscheinen wird er noch dieses Jahr bei p.machinery.

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Wer bisweilen die Seiten des BuchmesseCons in Dreieich aufsucht, wird gesehen haben, dass sich dort nach langer Abstinenz eine neue Lesung auftgetan hat. Gemeinsam mit Sebastian von Arndt werde ich dort am 13.10.2012 um 12 Uhr aus seinem Debüt "Die letzte Saat" und meinem neuen Werk "Rattensang" lesen.

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Mein erstes schreibwissenschaftliches Buch steht kurz vor der Veröffentlichung. Es beinhaltet die Analyse eines kollaborativen Anthologieprojekts, das ich im Forum der
Geschichtenweber angestoßen habe. Mehr Infos dazu in Kürze.

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Unter dem Label "Edition Murr" werkle ich ich seit einiger Zeit an der Neuaflage einiger, längst vergessener utopisch-phantastischer Reiseromane. Erscheinen werden sie noch in diesem Jahr als Ebook.

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Außerdem sind und bleiben zwei weitere Anthologien in Arbeit: "The End. Schlusskapitel ungeschriebener Romane" und "Grenzgänger. Münsteraner Studierende erzählen". Wie immer nährt sich das Murmeltier nur sehr langsam, aber verhungern wird es trotzdem nicht. Versprochen!
3.9.12 15:47


(4) Der Rattensucher ist ... ein phantastischer Roman.

Der Rattensucher ist ein Western in der Gestalt eines Heftromans. Das hatten wir bereits geklärt. Nichtsdestotrotz ist er aber auch ein phantastischer Roman. Realismus-Puristen werden sich deshalb damit schwer tun. Aber wer erwartet auch schon von einem „Woitkowski“ ein Stück Literatur, in dem nicht das Unerwartete um die Ecke lugt.
Wenn ich schon eine fiktive Geschichte erzähle, dann kann ich auch gleich das Türchen etwas öffnen, das uns aus der Wirklichkeit herausführt. Aber was soll das eigentlich auch sein, diese ‚Wirklichkeit‘? Damit habe ich auch diesmal nichts am Hut.
Wer aber unter Phantastik nur Tolkien-Fantasy versteht, wird ebenso enttäuscht werden wie jemand, der ScienceFiction mit Star Wars gleichsetzt. Nein, so einfach und stereotyp ist es nicht. Es kommen keine Orks auf Pferden herbeigeritten. Elfen werden auch nicht per Steckbrief gesucht. Seien wir ehrlich: Welcher Hobbit würde Sporen an seinen behaarten Füßen tragen?
Dafür gibt es „Rattensucher“ natürlich Ratten, jede Menge sogar, und manche sonderbare Taube. Bisweilen mutet auch die Dampftechnologie etwas seltsam an. Einer Wurzel werden Beine gemacht. Über all dem schwebt nicht zuletzt eine Melodie. Glaub mir, es lohnt sich, ihr zu lauschen. Aber gib acht, verlier dich nicht in ihr.^

„Der Rattensucher“ erscheint Ende März und Anfang April als Heftroman-Zweiteiler in der Lit.Limbus-Reihe des Wunderwaldverlags.
4.3.12 19:36


(3) Der Rattensucher ist ... eine Ablenkung von Wichtigerem.

Je nachdem, wann es gelesen wird, kann jedes Buch Ablenkung von Wichtigerem sein. Aber wer legt eine spannende Geschichte schon gern aus der Hand, wenn er stattdessen auch für eine Prüfung lernen oder eine Steuererklärung machen könnte. Ich gehöre nicht dazu.
Ob „Der Rattensucher“ in dieser Hinsicht von Wichtigerem ablenkt, kann ich nicht beurteilen. Für mich zumindest war das Schreiben beider Romane eine große und gern gesehene Ablenkung. Immerhin hatte ich nebenher die Abschlussarbeit meines Studiums zu verfassen.
Wie es dazu kam, ist ganz leicht. Ich hatte die Chance, zwei Heftromane zu verfassen, dachte nicht lange darüber nach und sagte zu.
Wenn jetzt aber zugleich das Prüfungsamt und der Wunderwaldverlag Abgabetermine festsetzen, wird es natürlich eng. Dass der Tag nur 24 Stunden hat, muss sicherlich jeder schmerzvoll erfahren, der nicht nur kreativ, sondern auch unter Zeitdruck arbeitet.
Mein Vorteil ist, dass ich wissenschaftlich sehr organisiert, kontrolliert und regelmäßig schreiben kann. Wenn ich pro Tag ein paar Stunden intensiv recherchiere, plane und formuliere schaffe ich ein ordentliches Pensum und kann den Rest des Tages abschalten. Das habe ich mir zunutze gemacht. Bis über Mittag saß ich an meiner Masterarbeit und nachmittags, wenn es eben ging, an dem „Rattensucher“.
Letztendlich ist mir beides geglückt. Meine Abschlussarbeit wurde nicht nur pünktlich fertig, sondern auch sehr positiv von meinen Gutachtern angenommen. Den „Rattensucher“ stellte ich auf den Punkt fertig und wartet jetzt ebenso darauf, gelesen und hoffentlich anzukommen. Vielleicht wird er dann weiterhin gern gesehene Ablenkung sein.

„Der Rattensucher“ erscheint Ende März und Anfang April als Heftroman-Zweiteiler in der Lit.Limbus-Reihe des Wunderwaldverlags.
26.2.12 23:23


(2) Der Rattensucher ist ... ein Western.

Ohne Frage ist „Der Rattensucher“ ein Western. Wir befinden uns darin nicht unweit des Colorado Rivers in einer Siedlung, wie sie für allerlei Filme und Literatur dieses Genres typisch ist. Die Aussiedler aus Europa leben in Armut von dem, was das karge Land ihnen hergibt. Sie sind glücklich, denn im freien Amerika können sie ungestört ihren Glauben ausleben. Nur der benachbarte Viehbaron setzt ihnen immer wieder zu, bedrängt sie und treibt seine Herden über ihr Land.
Die Hauptfigur könnte aus einem Sergio Leone-Film entsprungen sein. Er ist groß gewachsen, schweigsam und spielt bevorzugt Mundharmonika. Er hat weder eine Geschichte noch ein Ziel. Er ist einfach da. Nur anders als in vielen Filmen trägt er keinen Revolver bei sich. Andere dafür sehr wohl, aber eine Waffe allein war ja noch nie eine gute Lebensversicherung.
„Der Rattensucher“ ist definitiv ein Western, voller Versatzstücke des Genres, aber ohne sich darauf auszuruhen. Er wiederholt das Genre nicht, erfindet es aber auch nicht neu. Ich habe ihn mit eigener Stimme geschrieben, mit meiner.

„Der Rattensucher“ erscheint Ende März und Anfang April als Heftroman-Zweiteiler in der Lit.Limbus-Reihe des Wunderwaldverlags.
20.2.12 00:33


(1) Der Rattensucher ist ... ein Heftroman.

Wenn ich über den „Rattensucher“ nachdenke und spreche, kategorisiere ich beide Teile als Kurzromane. Dabei lässt sich darüber aus literaturwissenschaftlicher Perspektive sicherlich streiten. Ist Teil eins nicht noch eine Novelle? Ist Teil zwei etwa schon ein Roman? Letztendlich lasse ich diese Frage lieber andere entscheiden, soweit sie daran überhaupt interessiert sind.
Fakt ist, beide Teile erscheinen in Form eines Heftromans. Das heißt, sie sind zweispaltig auf einer DIN A 5 Seite gesetzt, haben eine Klammerheftung statt eines ordentlichen Buchrückens und werden von Literaturwissenschaftlern der alten Schule ebenso wie Feuilletonisten nur unter Androhung überhaupt angefasst.
„Der Rattensucher“ ist aber auch aus anderen Gründen wie ein Heftroman. Er ist geradlinig und auf den Punkt erzählt, flott und spannend. Er ist ein Stück guter Trivialliteratur. Mein „Rattensucher“ ist so geschrieben, dass er im Bus gelesen werden kann, im Wartezimmer, auf der Toilette und nach einem langen Arbeitstag im Bett. Er ist Gebrauchsliteratur im besten Sinne: Literatur zum Lesen.
Ein Freund, der bereits den ersten Teil lesen durfte, wunderte sich etwas über die Geradlinigkeit. Das sei ja gar nicht wie die „Wanderdüne“. Nein, ganz sicher nicht, aber das soll auch nicht so sein. Trotzdem bleibt es ein echter Woitkowski: Vordergründig eine interessante, spannende Geschichte und hintergründig Vieles, dass niemand finden muss, um Spaß an dem Zweiteiler zu haben.

„Der Rattensucher“ erscheint Ende März und Anfang April als Heftroman-Zweiteiler in der Lit.Limbus-Reihe des Wunderwaldverlags.
16.2.12 13:26


Bald: Der Rattensucher!

Ende März und Anfang April werden zwei Kurzromane von mir erscheinen. Der Zweiteiler trägt den Titel „Der Rattensucher“ und hat bei den Lit.Limbus-Heftromanen im Wunderwaldverlag ein zu Hause gefunden.

In den nächsten Wochen werde ich deshalb regelmäßig bloggen, was mein „Rattensucher“ ist und was eben nicht. Ich werde aus dem Nähkästchen plaudern, etwas über die Idee, den Entstehungsprozess und die Romane selbst erzählen.
16.2.12 13:11


Odem des Todes, Kollaboratives Schreiben, Die Wanderdüne, Der Rattensucher

Es gibt viel zu bereichten aus den letzten Monaten. Meine Masterarbeit ist mittlerweile abgeschlossen und mein Studium neigt sich stark dem Ende entgegen. Deshalb bin ich stärker darin eingebunden, für Prüfungen zu lernen und die Wege der Universitätsbürokratie zu gehen, statt mich um diesen Weblog und das Schrieben allgemein zu kümmern. Dennoch gibt es jetzt hier die Neuigkeiten aus meiner Welt des Schreibens:

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Im Herbst erschien bereits die von Alisha Bionda herausgegebene Anthologie „Odem des Todes“ bei Voodoo Press. Darin bin ich mit meiner Geschichte „Adisons Pforte“ vertreten. Bisher ist die gesamte Anthologie, aber auch mein Werk gut bei Lesern und Rezensenten angekommen, worüber ich mich sehr freue.

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Anfang Januar erschien mein erster Aufsatz in einer Fachpublikation. Vor einem Jahr hielt ich mit drei Kolleginnen im Rahmen einer Ringvorlesung an der WWU Münster einen Kurzvortrag zum kollaborativen Schreiben. Der Organisator Johannes Berning hat nun alle Vorträge in einem Buch versammelt. "Textwissen und Schreibbewusstsein. Beiträge aus Forschung und Praxis" heißt das gute Stück.
Weitere Informationen sowie einen Einblick in das Buch ist auf der Homepage des Lit.Verlages zu finden.

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Weil auch Wanderdünen mit der Zeit gehen müssen und wollen, ist seit ein paar Tagen mein Roman auch im Kindle-Shop von amazon.de erhältlich. Der unschlagbare Preis beträgt 2,68€. Wem das nicht Kaufgrund genug ist, sollte einmal die nachfolgenden Links auf sich wirken lassen.

Ein schmales Bändchen, dessen Textmenge sich beim Lesen vermehrt, hat Felix Woitkowski hier im Wunderwaldverlag veröffentlicht. Phantastik in bester Tradition und ein Versprechen auf weitere, so erstaunliche Texte aus der Hand des jungen Autoren.
Ralf Steinberg für fantasyguide.de

Ein wenig kafkaesk, mit einem Hauch von Meyrink, einer Prise Kubin und sogar ein wenig Bradbury sowie einiges an neuen skurrilen Ideen – eine Mischung, die mir sehr zusagte. Für mich war es ein regelrechter Pageturner.
Sabine Völkel im Forum der Geschichtenweber

"Die Wanderdüne“ ist kein Buch für jedermann; zieht dessen Geschichte seinen Reiz doch mehr aus den Aufbau einer finsteren Atmosphäre und undurchschaubarer Ereignisse. Action und ein wilde Handlung sucht man vergeblich. Wer jedoch der subtilen Form der Phantastik zugeneigt ist, wird mit diesem Titel bestens bedient sein.
Eric Hantsch für literra.info

Teilweise erinnerte mich das ganze an die Frühwerke eines Michael Marrak. Dann musste ich wieder an die Comics der Franzosen Shuiten und Peters denken, bzw. an ihre Reihe über die Geheimnisvollen Städte. "Die Wanderdüne" ist sprachlich gehoben, stilistisch sicher und eigen, inhaltlich nachvollziehbar schön verworren ... Ich oute mich hiermit als Stadt-Fan.
Tobias Bachmann im Horror-Forum

Ich wurde beim Lesen von der Wanderdüne überrollt. In Erwartung einer harmlosen Fantasy-Geschichte ließ ich den irgendwie naiv-durchschaubar wirkenden Rummelplatz-Beginn an mir vorbeiplätschern...natürlich...das alte Zelt...Portal in eine andere Welt...was sonst...aber plötzlich werde ich fast umgestoßen von (alp-)traumhaften Orten und Ereignissen, die sich wie Scherben vor einem ausbreiten, man versucht vergeblich, sie zu einem Ganzen zusammenzufügen und immer wenn man glaubt, es annähernd erfasst zu haben, verläuft es im Sande(!).
Rezension auf amazon.de

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Wem das alles nicht genügt, der darf sich auf zwei zusammenhängende Kurzromane freuen, die in den nächsten Wochen unter dem Reihentitel "Der Rattensucher" erscheinen werden.
22.1.12 15:40


Spam & neue Veröffentlichung

Leider wurde in den letzten Tagen dieser Weblog so sehr mit Spam-Kommentaren zugemüllt, dass ich die Kommentierfunktion außer Kraft setzen muss. Wer mich dennoch erreichen möchte, findet sicherlich über das Gästebuch und die Kontakfunktion einen Weg.

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Dafür gibt es aber auch eine gute Neuigkeit. Im Herbst dieses Jahres wird mit "Odem des Todes" bei Voodoo-Press eine Anthologie erscheinen, die nicht nur ganz im Geiste Edgar Allan Poes verfasst wurde, sondern auch Episoden aus dem Leben des Schriftstellers aufgreift. Eine der Geschichten darin, stammt aus meiner Feder.
Mehr Informationen gibt es bereits hier!
14.9.11 15:19


SF-Challenge, Station Pluto | „Die Welt in 100 Jahren“, hrsg. von Arthur Brehmer

Die Welt in 100 Jahren
(340 Seiten, ISBN-13: 978-3487083049)

Anthologie von Arthur Brehmer
Erstveröffentlichung 1909


Bücher über die Zukunft gibt es zuhauf. Viele verstecken sich unter dem Gewand der ScienceFiction als spannende, actiongeladene Abenteuergeschichten. Andere bilden oft als literarische Utopien und Dystopien Wünsche oder Befürchtungen der Gegenwart ab. Dritte wiederum sind nicht von Literaten, sondern von Wissenschaftlern und Philosophen verfasst und versuchen sich nicht erzählerisch, sondern eher essayistisch der Zukunft zu nähern. Ein populäres Beispiel hierfür ist Andreas Eschenbachs „Buch von der Zukunft“, ein anderes das vorliegende.

Für dieses Buch wurden vor über 100 Jahren wurden 23 Aufsätze über die Zukunft zusammengetragen. Die Autoren sind Fachleute, Spezialisten auf ihrem jeweiligen Gebiet. Die Themen reichen von Krieg und Frieden, dem sozialen und kulturellen Zusammenleben, Geschlechterrollen, über Kunst, Literatur, Musik und Sport bis hin zu technologischen Weiterentwicklungen.

Die Zukunftsdarstellung ist differenziert, wenn auch in großen Teilen positiv. Die technische Weiterentwicklung wird als Segen wahrgenommen, sogar der ewige Frieden vorhergesagt. Darüber lassen sich leicht die vorhandenen Kapitel über zunehmende Krankheiten und große Kriege vergessen. Etwas zynisch, aber nicht weniger interessant endet die Anthologie mit Überlegungen zum Weltuntergang, der jedoch nur angedacht und durchgespielt, nicht prognostiziert wird.

Das spannendespeziell an diesem Buch über die Zukunft liegt sowohl in seinem Alter und als auch in der Jahreszahl, die Kennziffer für die dargestellte Zukunft ist. Verfasst wurde die Anthologie 1909. Dargestellt wird Welt im Jahr 2009. Das Buch schildert daher 100 Jahre alte Überlegungen über die Ausgestaltung unserer Gegenwart.

Dabei ist die Anthologie deutlich als Kind seiner Zeit zu erkennen. Das neuentdeckte Radium wird in mehreren Texten als das Heilmittel dargestellt, dass die Menschheit in eine neue, glücklichere Epoche führen wird. Die Erwartungen sind dabei so groß, dass alles zerstörerische Potential der Atomkraft zwar genannt, aber nicht als Gefahr erkannt wird. Kaum eine der Hoffnungen hat sich aus heutiger Perspektive bestätigt.

In anderen Feldern sind die Voraussagen weniger überschwänglich, in vereinzelten Fällen dafür treffsicher. Die Voraussage von Handys und der europäischen Einigung sind zwei Beispiele dafür.

Wer diese Anthologie jedoch allein auf die Richtigkeit der Prognose hinliest, wird wenig Freude daran haben. Denn weder konnten die Autoren in die Zukunft blicken, noch haben eine in sich homogene Zukunft dargestellt. Stattdessen finden sich in dem Buch jedoch eine Füllzahl an Ideen und 23 tiefe Einblicke in die Weltanschauung der Menschen vor 100 Jahren.

Stilistisch ist „Die Welt in 100 Jahren“ so unterschiedlich wie seine Autoren und Themen. Erzählerische Passagen sind ebenso darin zu finden wie reine Sachtexte. Das liest sich je nach Perspektive etwas sperrig und altbacken oder auch sympathisch antiquiert, zeitgemäß für ein 100 Jahre altes Buch über unsere Zeit.

Abgerundet wird der reich illustrierte Band, der einzig Informationen zu den Autoren vermissen lässt, durch ein aktuelles Vorwort von Georg Ruppelt.

Für Blätternde ebenso wie Gesamtleser
10 von 10 Punkte
28.8.11 17:33


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